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Neubau des Informatikzentrums an der TU Braunschweig

Den Energieverbrauch im Bauwesen zu senken, ist wesentlicher Teil der globalen Zukunftsaufgabe "nachhaltiges Bauen".

Büro- und Verwaltungsgebäude benötigen bei meist geringerem Wärmebedarf mehr elektrische Energie als Wohngebäude. Hauptursachen sind die höhere Dichte an Personen und technischen Geräten, sowie strengere Anforderungen an Lichtverhältnisse und Raumklima.Die Demonstrationsprojekte im Förderkonzept SolarBau haben die Aufgabe, neue Wege aufzuzeigen und aktuelle Ergebnisse der Bauforschung aufzunehmen. Die Kostenanalyse der Gebäude zeigt, dass es durch Kostenverschiebung gelingt, kosteneffizient und energiegerecht zu bauen. Im Rahmen des ganzheitlichen Energiedesigns wurde der Neubau des Informatikzentrums der TU Braunschweig als Niedrigstenergiebürogebäude realisiert. Durch die frühzeitige integrale Planung im Team konnte der offene Innenhof des Gebäudes kostenneutral in ein überdachtes Atrium umgewandelt werden, das einen wesentlichen Baustein des Konzeptes darstellt. In einem umfassenden Monitoring wurden die wesentlichen Mess- und Verbrauchsgrößen erfasst. Das Atrium bildet einen wesentlichen Baustein des Energie- und Lüftungskonzeptes und stellte seine Funktionsfähigkeit unter Beweis. Durch die Verschattung der umgebenden Bebauung und die natürliche Lüftung wird eine Überhitzung in den Sommermonaten vermieden, so dass auch im Sommer behagliche Temperaturen erreicht wurden. Zur Beheizung des Atriums in den Wintermonaten werden etwa 18% des Gesamtwärmeverbrauches aufgewendet, 15 bis 30 % des Wärmeverbrauches im Atrium werden durch die Wärmerückgewinnung gedeckt. In den innenliegenden, an das Atrium grenzenden Büros konnte auf Heizflächen verzichtet werden. Durch die Kombination von außenliegendem Sonnenschutz und Sonnenschutzverglasung werden die solaren Wärmeeinträge in den Sommermonaten in den Büroräumen an der Westseite wirkungsvoll reduziert. Der Nutzer hat jederzeit die Möglichkeit, natürlich über die Fensterflügel zu lüften. Aufgrund der technischen Probleme bei der automatisierten Nachtlüftung konnte die nächtliche Lüftung der Räume meist nur durch die Nutzer selbst vorgenommen werden. Die Ergebnisse der Temperaturmessungen zeigen, dass bei intelligentem Lüftungsverhalten eine sommerliche Überhitzung in den Büroräumen weitgehend vermieden wird. Die Luftwechsel bei Fensterlüftung erfüllen auch bei nahezu Windstille die hygienischen Anforderungen. Durch eine Querlüftung zum Atrium wird der Luftwechsel deutlich erhöht.

Trotz anfänglicher technischer Probleme wurde die Zielgröße des Förderprogramms SolarBau von 100 kWh/(m²a) Primärenergieverbrauch zum Betrieb des Gebäudes im Jahr 2003 und 2004 eingehalten

Forschungsarbeit am Institut für Gebäude- und Solartechnik, TU Braunschweig im Rahmen von